Auto … Auto was?

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gehört zur autochthonen Bevölkerung Nordamerikas

Auto… wie war das nochmal … autochthon? Liest man ja immer mal wieder.

Dass die auch immer so eine unverständliche Sprache draufhaben, diese Weinfritzen. Nun, um der Wahrheit die Ehre zu geben, das elitäre Weingeschreibe ist schon lange Vergangenheit. Aber jede Disziplin hat halt ihre Fachsprache. So ein paar Vokabeln geistern noch durch die Weinwelt. Wie z.B. „autochthon“, bei dem man immer nachsehen muss, hinter welchem t nun das h folgt. (Eselsbrücke: Auto schreibt man nicht mit h!)

Und was bedeutet autochthon? Das Wort ist griechischen Ursprungs und bedeutet „aus der Erde gewachsen“, sinngemäß eingeboren. In der Biologie sind autochthone Pflanzen solche, die an einem Ort ohne menschliches Zutun entstanden sind und dort wachsen. Autochthone Rebsorten sind also Rebsorten, die sich in einer bestimmten Gegend entwickelt haben und dort heimisch sind. Und wie das so ist, manche kommen nie aus ihrem Dorf raus und andere wandern aus und machen in der großen weiten Welt Karriere.

Ob eine Rebsorte wirklich autochthon ist, darüber kann viel geforscht werden, denn manche gibt es ja bereits seit Jahrhunderten, also zu Zeiten, als die Bauern und Winzer noch nicht alles so akribisch dokumentiert haben wie heute. Schon, weil viele von ihnen gar nicht schreiben konnten.

Beispiel gefällig? Da hätten wir die Rebsorte Monastrell, früher auch Mantaro genannt. Die stammt aus Spanien (ist also eine autochthone spanische Rebsorte), wo sie vor allen in heißen Gebieten gedeiht, was ein enormer Vorteil gegenüber anderen Rebsorten ist. Inzwischen kennt man sie auch aus Frankreich unter dem Namen Mourvèdre. Dort ist sie entlang der Rhône heimisch und im Anbaugebiet Bandol die Hauptrebsorte für den Rotwein, so dass nicht wenige Menschen meinen, die Mourvèdre sei die dortige autochthone Rebsorte. Sogar die meisten Bandolais meinen das.

Marzemino

Marzeminotraube

Dafür stammt aber die Syrah von der Rhône, auch wenn sie inzwischen einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten hat. Und wohl – auch wenn viele Romantiker das meinen – nichts mit der persischen Stadt Shiraz zu tun hat. Außer dass sie in der so genannten neuen Welt eben Shiraz genannt wird.

Oder der Marzemino, eine Rotweinsorte aus dem Etschtal, die heute droht, in Vergessenheit zu geraten. Dabei kann sie so köstliche Weine erzeugen. Das wusste man bereits zu Mozarts Zeiten. Don Giovanni ruft in der gleichnamigen Oper verzückt. „Versa il vino. Eccellente marzimino!“ (Schütt den Wein ein, den exzellenten Marzemino!)

Mezzacorona Marzemino_Kaufland-EKDas lassen wir uns nicht zweimal sagen.

2014 Mezzacorona, Marzemino, Trentino, Kaufland, 4.99€

 

Kraftvoller Wein mit Aromen von Pflaumen und herbstlichen Gewürzen, kein glatt gebügeltes Jüngelchen, sondern ein echter Kerl!

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