Bist Du Weinkenner?

Robert_ParkerBewunderst Du auch die Mitmenschen, die in Gesellschaft  lässig ein Glas Wein in der Hand balancieren und mit fester Stimme Vokabeln wie Spontanvergärung, Tinta Barrocca, Brettanomyces oder physiologische Reife in den Raum werfen? (Kannst Du alles googeln, davon schmeckt der Wein aber auch nicht besser. 😉 ) Und sie ernten ehrfürchtige Blicke.

Unter uns: Da ist jede Menge Show dabei. Die kochen auch alle nur mit Wasser.

Auf jedem Parkett kommst Du mit ein paar aufgeschnappten Vokabeln und angelesenen Binsenweisheiten weiter. It’s all about bluff, baby.

Wenn Du auf einen anderen Kenner triffst, schau ihm einfach fest in die Augen, nimm mit fachmännischer Miene einen Schluck und sag dann einen Satz wie: Letztens hab ich mit Hendrik einen Pinot getrunken, der war wirklich sen_sa_tionell! Blöd nur, wenn Du grade einen Merlot im Glas hast. An solchen Feinheiten musst Du natürlich arbeiten.

Die Psychologiestudentin Christine Raphael ist sowieso der Ansicht, dass die Sache mit der angeblichen Kennerschaft Voodoo ist und hat das sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Das behältst Du in diesen Kreisen aber besser für Dich, wenn Du noch einmal eingeladen werden willst.

Ob Du wirklich auf dem besten Wege bist, ein Weinkenner zu werden, kannst Du alle zwei Wochen in einem kleinen Quiz des Wine Spectator, einer der wichtigsten amerikanischen Weinpublikationen, testen. Natürlich mit einem kleinen Augenzwinkern. Bittweinkennere hier entlang: klick.

Ich bin sowieso lieber Weingenießer als Weinkenner. Da geht es mir wie dem Gast einer ambitionierten Weinprobe. Der Sommelier referierte: „3.5 g/l Säure, 4 g/l Restzucker, 2 Jahre im Eichenholz in Zweitbelegung …!“ Da fällt der Gast ihm ins Wort: „Was interessiert mich die ganze Chemie, wenn mir der Wein schmeckt! Oder fragst Du ein Mädchen nach seinen Blutwerten wenn es Dir gefällt?“

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