Die Weinwelt in Zahlen

weinweltIn der vergangenen Woche hat die OIV (International Organization  of Vine and Wine) ein paar beeindruckende Zahlen veröffentlicht.

Derzeit wachsen weltweit auf etwa 7.500.000 Hektar Rebstöcke. Das sind genügend Trauben, um jährlich 36.550.000.000 Flaschen (0,75l) mit Wein zu füllen.

(Das sind sechunddreißigmilliardenfünfhundertfünfzigmillionenundeinpaarzerquetschte Flaschen! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!) Und da sind meine Rebstöcke, die gerade auf meinem kleinen Weingut in Holland gepflanzt werden, noch gar nicht mitgezählt.

Hört sich erschreckend viel an! Aber stellen wir uns einfach mal vor, wir würden diese Menge gleichmäßig über die Weltbevölkerung verteilen. Dann bekäme jeder Erdenbürger lediglich dreieinhalb Liter Wein pro Jahr. Dann dürfte ich mich schon wieder freuen, dass ich minderjährige Kinder habe, deren Ration ich natürlich mittrinken darf … Trotzdem müsste ich wohl vor der Fastenzeit auf diesen Genuss verzichten. Trauriger Gedanke! Und zum Glück sehr hypothetisch.

Aber wo kommt er denn nun tatsächlich her, der ganze Wein – und wo geht er hin?

Sicher ist auf jeden Fall, dass viele Weine mehr oder weniger weit reisen! Lediglich 57% der produzierten Köstlichkeit wird im Herkunftsland auch konsumiert. Der Rest schippert in der Welt herum.

Exportweltmeister ist Spanien. arbeiten-in-spanien-artikelbildIrgendwie logisch … dort wachsen ja schließlich die meisten Trauben.
Von den 37 Millionen produzierten Hektolitern werden noch nicht einmal 10 Millionen im eigenen Land verspeist. Dafür sind die Spanier patriotisch. Fremde Weine kommen kaum ins Land. In der Top 10 Liste der Weinimportländer werden sie nicht einmal geführt.

Überraschend ist die Tatsache, dass Italien (trotz geringerer Rebfläche)bei der Weinproduktion noch vor Frankreich und Spanien liegt … Mit fast 50 Millionen Hektolitern ist Vino d’Italia mengenmäßig internationaler Spitzenreiter. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Nicht alle angebauten Trauben werden zu flüssigem Gold verarbeitet. (Kaum vorzustellen, aber es gibt zum Beispiel auch Tafeltrauben, Rosinen und Beeren, die zu Essig verarbeitet werden …)

In diesem viele Seiten umfassenden Zahlenwerk stehen noch reichlich interessante Erkenntnisse:

Wer hätte etwa gedacht, dass die USA die Länderliste des Weinkonsums anführen … (diese scheinheiligen Möchtegernabstinenzler) oder , dass im Iran mehr Trauben wachsen als in Chile?! (Ich wusste gar nicht, dass dort überhaupt Trauben wachsen.)

frankreichMein Vorurteil, dass alle Franzosen nur heimischen Wein trinken, muss ich auch revidieren. Immerhin Platz 4 in der Importeursrangliste! Mit 7,8 Millionen Hektolitern trinken sie immer noch nur halb so viel ausländischen Wein wie wir Deutschen, aber wesentlich mehr als ich ihnen zugetraut hätte.

Und wo, um Himmelswillen, sind die 11 Millionen Hektoliter Wein geblieben, die China produziert hat? Wo die Chinesen doch etwa 5 Millionen Hektoliter aus Frankreich importiert haben und eigentlich selber gar keinen Wein trinken?

Ich schenke mir auf jeden Fall jetzt erst einmal ein Gläschen ein … damit der Weinsee um 0,2l kleiner wird. 😉

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