Du bist, was Du isst? Gourmet oder Gourmand?

Essen, KochenAlles nicht mehr so einfach heute, die Ansprüche der Gourmets sind gestiegen.

Früher war es vollkommen ausreichend, wenn Mann kurz nach dem ersten Kennenlernen die Dame seines Herzens zur Pizza beim Italiener um die Ecke einlud. Und dazu ein Viertel vom Hausrotwein im Tonkrug servieren ließ. Wenn er noch in der Lage war, sie bei sich zu Hause (nachdem er mindestens anderthalb Tage lang aufgeräumt und geputzt hatte) mit Spaghetti aglio et olio zu bekochen, war ihm ihre Bewunderung sicher und der Aufnahme weiterer Freundseligkeiten stand nichts mehr im Weg.

Damit sähe der Gute heutzutage ziemlich alt aus. Drei Gänge müssen es schon sein, mindestens. Und nicht einfach, Salat, Suppe, Steak, Dessert. Heerscharen von FernsehköchInnen und ambitionierten Hobbyducasses zeigen tagtäglich im Fernsehen, was geht und wie es geht.

Auf den Jungferninseln handgefangene Jakobsmuscheln mit einem Schaum von Ingwer-Tonkabohne-Kumquatessenz werfen sie nur mal so kurz aus dem Handgelenk. Danach Steak von Shikokutoer Rindern, denen Itako-Priesterinnen bei der täglichen Wellnessmassage Haikus in Altjapanisch vorgelesen haben. Natürlich nur mit Messern aus japanischen Edelschmieden zum Preis eines Mittelklassewagens bearbeitet. Dazu ganz puristisch, selbst gebackenes Brot. Das Mehl aus einer kleinen steirischen Mühle, die nur wenige Auserwählte kennen. Abgerundet von einer DesserttrilogiPatisserie, Pralinése, die den besten Patissier der Welt vor Neid erblassen lassen würde. Allein, um die Zutaten zu besorgen, gehen drei Tage vom kostbaren Jahresurlaub drauf.

Und das alles in einer High-end Küche, die eher Ähnlichkeit mit dem Kommandostand eines ausgewachsenen Raumkreuzers hat.

Der Wein zum Essen stammt von einem ligurischen Winzer, der jährlich höchstens 5.000 Flaschen abfüllt, streng biodynamisch arbeitet und nur an einen exklusiven Zirkel verkauft.

Wir hätten es gerne etwas weniger spektakulär. Gutes, frisches, vor allem saisonales Gemüse, Fleisch aus artgerechter Haltung, bei der das Kalb noch Kalb sein darf und ich nicht jeden Nachmittag Mozartopern auf die Wiese geschallt bekommt. In eine köstliche Crème brûlée genussvoll den Löffel stoßen. Bei manchen Desserts wagt man ja gar nicht, diese filigranen Kunstwerke brutal zu zerstören und – horribile dictu – in den Mund zu stecken.

Lieber ein richtiges Schnitzel, ein Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat. Da darf es gerne die ganz große Portion sein. Gutes ist manchmal so einfach. Fürs richtig große Kino lass ich mich liebGrüner Veltliner Winzer Krems Sandgrube 13 er in einem guten Restaurant bekochen.

Zum Wiener Schnitzel gehört natürlich ein Grüner Veltliner, mit seiner knackigen Frische, den erfrischenden Zitrus- und Kernobstaromen und dem typischen „Pfefferl“, der Note von weißem Pfeffer.

2014 Sandgrube 13
Grüner Veltliner, Winzer Krems

Kaufland, 4.99€

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.



*