Einem geschenkten Wein …

Weingeschenk 2… schaut man nicht aufs Etikett?

Das Problem kennt sicher jeder – das geeignete Geschenk!
Spontane Einladung zur zünftigen Grillparty, zum gemeinsamen Fondue- oder Raclette, zum zwanglosen Beisammensein unter Freunden. Da gehört sich die Frage: „Was soll ich mitbringen?“ – „Ach, nichts, wir freuen uns, wenn Du kommst und gute Laune mitbringst!“

Ja nee, is klar 😉 . Würde wirklich irgendwer nichts mitbringen? Man wäre mit Sicherheit der oder die einzige. Und würde schon schief angesehen. Und als Geizkragen abgestempelt. Also zieht man los und besorgt etwas. Blumen für die Dame des Hauses, das geht einfach und freundliche Florist_innen stellen schnell einen wunderschönen Strauß zusammen. Und für den Herrn?

Nun ja, Rasierwasser ist sicher zu intim (und ein vernünftiges auch ziemlich teuer). Hochprozentiges wie Cognac oder Whiskey? Ein Buch? Karte für das nächste Fußballspiel des Lieblingsvereins?

Eine Flasche Wein geht immer!

Nur sollte man dabei ein paar Dinge bedenken: Wie schnell hat man für das Geschenk ins eigene Regal gegriffen, einen imposanten Tropfen ausgewählt und bei der Übergabe muss man feststellen, dass auf der Rückseite ein kleines Etikett pappt: Fliesenleger Kachelmeister wünscht alles Gute für 2010! oder: OK, Wette gewonnen, hier der Einsatz, alter Schwede – Dein Schorsch! oder noch schlimmer: Sonderpreis! 1.99€

Nicht, dass man nach einigen Suchen nicht auch ordentliche Weine für 1.99€ finden würde. Dass das möglich ist, beweisen wir ja nach endlosen Verkostungstestreihen zuverlässig Jahr für Jahr. Trotzdem würde der Spruch: Der Gedanke zählt! die Sache hier nicht unbedingt besser machen.

Ein kluger Mensch hat übrigens einmal gesagt, wenn man nicht sicher sei, ob ein Geschenk von angemessenem Wert sei oder den Beschenkten beleidige, dann multipliziere man den Wert einfach mit 10 und verschenke etwas, dass diesem Betrag entspricht.

Also eingedenk dessen lieber einen richtig guten Wein kaufen und wenn man die Flasche zusammen mit den Freunden leert, hat man selber ja auch etwas davon.

Wer möchte nicht einmal einen richtig guten Bordeaux geschenkt bekommen? Einen, der jetzt schon mit großen Vergnügen zu trinken ist, der aber durchaus auch noch ein paar Jahre im Keller reifen und auf eine besondere Gelegenheit warten kann.

chateau d arsacSkulpturen d ArsacChâteau d’Arsac gehört zu den ältesten Gütern im Bordelais und blickt auf eine ungefähr 900 Jahr alte Geschichte zurück. Seit dem 18. Jahrhundert wird dort Weinbau betrieben. In den 1950er Jahren stand man kurz vor der Aufgabe. Aber der heutige Besitzer hat das Gut mit viel Geschick (und nicht gerade wenig Geld) wieder zum Leben erweckt. Wen es einmal in die Gegend verschlägt, dem kann ich nur raten, sich das imposante Schloss und den wunderbaren Skulpturenpark anzusehen. Wein und Kunst geht (nicht nur) in Bordeaux gerne Hand in Hand.

Der Wein sollte vor dem Genuss mindestens zwei Stunden (drei schaden auch nicht) atmen, d.h. in eine Karaffe umgefüllt werden, wo seine große Oberfläche Sauerstoff aufnehmen kann. Dann zeigt er sich kräftig mit eleganten Cassisnoten, einem Hauch schwarzen Pfeffer, Anklang an Lakritz und Schokolade und elegantem Duft nach Eichenholz. Das Mundgefühl ist samtig und der Wein hinterlässt einen langen würzigen Abgang.

Er harmoniert perfekt mit gegrillten Steak, Rostbraten, auch gepfeffertes Tunfischsteak passt sehr gut oder die in Frankreich beliebte Plat de charcuterie, ein Teller mit gemischtem Aufschnitt (Schinken, Salami und Pastete).

2011 d ArsacEin solcher Wein hat seinen Preis, aber schließlich gönnt man ihn sich auch nicht alle Tage. Und wer ihn zum Verschenken zu teuer findet, der kann ihn sich ja einfach selber schenken.

 

2011 Château d’Arsac, Margaux, Lidl 18.99€

 

 

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