Griechischer Wein

retsinaHeute läuft für Griechenland mal wieder ein Ultimatum ab, eine weitere Kreditzinsrate ist fällig. Allerdings haben die Griechen bereits seitens der Institutionen *räusper einen Zahlungsaufschub bis Monatsende gewährt bekommen. In dieser Zeit sollen endlich die Reformen … neue Verhandlungen …Grexit … So mäandert es in der Griechenlandfrage vor sich hin. Der Mäander als Ornament ist übrigens keine griechische Erfindung, er wurde schon in der Jungsteinzeit verwendet. In der griechischen Antike steht der Mäander übrigens für Ewigkeit. Nun, dann ist eine schnelle Lösung ja nicht zu erwarten..

Den armen Griechen bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass sich ihre Lage irgendwann einmal bessert. Und die lässt sich mit einem Glas Retsina doch besser ertragen.

Retsina, der geharzte Wein, steht wie kaum ein anderer für griechischen Wein. Streng weingesetzlich genommen dürfte der gar nicht Wein genannt werden, sondern müsste wie z.B. auch der Vermouth „weinhaltiges Getränk“ heißen. Für den Retsina gibt es da allerdings eine Ausnahmegenehmigung.

Harz: It’s not a bug, it’s a feature

Wie aber kommt das Harz in den Retsina? Im antiken Griechenland sann man auf vielerlei Methoden, Wein vor schnellem Verderb zu schützen, vor allem während des Transportes. Und so dichtete man die Tonamphoren und Ziegenlederschläuche mit Baumharz ab und gab auch auf die Weinoberfläche eine Harzschicht, um jeden Kontakt mit Sauerstoff zu vermeiden. Da blieb es nicht aus, dass die Aromen des Harzes in den Wein übergingen. Und sie wurden schnell als typisch griechisch angenommen. Wein aus Griechenland musste eben so harzig schmecken.

Heutzutage ist dieser Haut-Gout von frisch geschlagenem Weihnachtsbaum zwar nicht jedermanns Sache, aber ein gut gekühlter Retsina ist eine feine Erfrischung am Sommerabend. Und ein Griechenlandurlaub ohne Retsina zum Souvlaki oder zum gegrillten Fisch, das ist kein Griechenlandurlaub.

Aleppokiefer - Wikimedia Commons Licence

Aleppokiefer – (C) Wikimedia Commons Licence

Das Harz, meistens von der Aleppo-Kiefer, wird heute dem Wein beigemischt und beim ersten Abstich herausgefiltert, wobei die Anteile immer weniger werden. Einen richtig knarzig harzig schmeckenden Retsina bekommt man fast nur noch in Griechenland, wenn ein kleiner Weinbauer ihn eben nach seinem Geschmack herstellt. Die international operierenden großen Weinerzeuger sind von vormals 7% Harzanteil inzwischen auf ca. 2% umgestiegen.

Colaschoppen mit Retsina

Außerhalb Griechenlands kennt man fast nur weißen Retsina, meistens aus den lokalen Rebsorten Savatiano, Assyrtiko und Roditis. Es gibt aber auch geharzte rote und sogar rosé Weine. Die rosé Variante heißt Kokkineli. Und manch einer wagt sich sogar an eine Colaschobbe-Variante mit Retsina. Warum nicht? Erlaubt ist, was schmeckt!

Mir schmeckt der Retsina ordentlich harzig, knalltrocken und gut gekühlt am besten. Nicht für jeden Tag, aber hin und wieder eine köstliche Erfrischung. Und die griechische Weinwirtschaft wird es freuen, wenn mehr Retsina getrunken wird. Oder überhaupt mehr Wein aus Griechenland. Da gibt es inzwischen richtig feine Sachen, die sich jedem internationalen Vergleich stellen können.

Yamas!

 

 

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