Das griechische Geheimnis – Husch, husch, ins Körbchen!

oiaWeiße Häuser, blaue Dächer … Sonnenuntergang am Meer … und man sitzt in der kleinen Taverne am Hafen mit gutgelaunten Einheimischen und genießt die mediterranen Köstlichkeiten. Im Hintergrund erklingen Bouzoukis und es ist, als sei man im Paradies!

 

Santorini heißt der Ort, den man sich genau so erträumen würde.

Aber zunächst zum „Hier und Heute”:wein-kusst-kulturerbe-244x300
Es ist Weinrallye-Freitag und die schreibende Weingemeinschaft trifft sich zum Stelldichein.
“Viele Weine sind für mich unmittelbar mit Geschichte und kulturellem Erbe verbunden und da ich in meinem Beruf für die Bereiche Wein- und Kulturtourismus zuständig bin und die Verbindung sehr spannend finde, entstand bei mir die Idee, die Weinrallye #98 unter das Thema „Wein küsst Kulturerbe“ zu stellen.” So lautet der Aufruf von Gastgeberin Jasmin Koch vom WeinReich-Blog.

Wein-Kultur-Tourismus?!

Mein Herz hüpft höher, denn ganz lange möchte ich schon die Geschichte von dem Wein aus den Körbchen erzählen, die mich während meiner Ausbildung zur Sommelière völlig fasziniert hat.

kykladen-mykonos-naxos-paros

Also auf geht’s! Ab in die Ägäis! Wir reisen auf die vulkanische Inselgruppe Santorini, im Süden der Kykladen. Diese vom Meer geflutete Caldera (mit anderen Worten – was aus dem Meer herausschaut ist der Rand des Kraters) hat außer atemberaubender Landschaft, warmherziger griechischer Gastfreundschaft und Geschichte ohne Ende auch noch ein ganz ureigenes Weingeheimnis!

Aus der einheimischen Rebsorte Assyrtiko werden edle Weißweine von Weltniveau hergestellt: kräuterig herb mit frischem Citrus – als idealer Begleiter zu der Haute Cuisine aus dem Meer.

Aber das alleine wäre ja noch nicht wirklich kulturerbewürdig …

Was den Weinbau auf Santorini so einzigartig macht, ist die Art und Weise, wie die Reben angebaut werden. Die Sonne, die so heiß brennt, dass jede Traube in kürzester Zeit zur Rosine werden müsste, und der Wind, der die sandige Vulkanerde durch die Weinberge peitscht … nicht gerade die besten Voraussetzungen, um einen Weltklassewein machen zu wollen.  Aber auf Santorini hat man mit der Hege und Pflege der Weingärten inzwischen mehr als 3500 Jahre Erfahrung – und man ‚erzieht‘ seine Reben immer noch so, wie es die Urahnen gemacht haben:

Körbchenreben

Von Klearchos Kapoutsis, Santorini, Greece – Mpelas and the niabeloUploaded by Yarl, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25308095

 

Statt in Reih und Glied, an Pfählen und Drähten befestigt, flechtet man die Rebstöcke bodennah zu einer Kouloura: einem kuscheligen Körbchen für die Trauben. Die Triebe wachsen nach innen und die Beeren reifen geschützt vor widrigen Umständen, sanft gebettet in eine Lage Laub. Je älter die Rebe, je größer und imposanter der Korb. Wie beim klassischen Eier sammeln, leert man zur Ernte einfach ein Gelege nach dem anderen. 😉

Körbchen6 Körbchen2

 

 

 

 

 

Körbchen3

Bei so viel liebevoller Fürsorge müssen ja wohl göttliche Tropfen heraus kommen! 🙂
Ich gehe auf jeden Fall gerne mal bei der Ernte helfen.

Wer, außer mir, jetzt auch Lust auf dieses besondere Kulturerbe bekommen hat, kann sich hier die Santorini -Must-Do-Liste anschauen. Ein paar ganz gezielte Tipps für Weinliebhaber habe ich auch aufgetrieben.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.



*