Humor auf dem Etikett

ac-dc-977288_960_720Der Winzer hat Humor. Oder hat da jemand dem Praktikanten freie Hand bei der Etikettengestaltung gelassen? Und den Schlüssel zum Weinkeller gegeben?

Ganz selten fällt uns eine Flasche in die Hand, die bereits beim erstem Hinsehen schmunzeln lässt. Witzige, freche, außergewöhnliche Etiketten. Die machen dann gleich gute Laune.

Die meisten Weinetiketten sind ja von einer geradezu gravitätischen Langeweile. Frakturschrift, imposante Schlösser, Adelswappen. Von weitem betrachtet kommt einem bei der Ansicht eines Weinregals im Laden der gute Loriot in den Sinn: … einer wie der andere. In der Tat, würde der Punkt Etikettendesign zu den Bewertungskriterien der Superschoppen gehören, fast ausnahmslos alle müssten zum Teil empfindliche Abzüge in der B-Note hinnehmen.

Ist es etwa kontraproduktiv einen Wein durch ein pfiffiges Etikett aus der grauen Masse herauszuheben?

Gamay_Sans_Tra_La_La_2010Moneypenny hat dazu sogar schon eine eigene Theorie entwickelt, die Etikettentheorie, die besagt, dass je scheußlicher das Etikett sei, desto besser der Wein in der Flasche. Ausnahmen bestätigen die Regel. Humor hat sie, das muss man ihr lassen. Und dann zeigt sie uns immer wieder gerne eines ihrer Lieblingsetiketten eines französischen Landweins, das genau das verspricht, was in der Flasche ist. Ein ordentlicher, anständiger Rotwein (hier aus der Rebsorte Gamay, der sündigen, wie Cordula uns schon erklärt hat) ohne jedes Tralala.

Wenn es etwas werden soll mit der Liebe auf den ersten Blick zwischen einer Flasche Wein und ihrem potenziellen Käufer, dann muss die sich schon mal ein wenig in Zeug werfen. Schließlich überlegen wir ja auch beim ersten Rendezvous genau, was wir anziehen und gehen eventuell vorher nochmal zum Friseur.

Es ist auch nicht weiter schlimm, wenn das Etikett nicht gleich auf den ersten Blick einen Bezug zu Wein, Winzer oder Trauben hat. Ein bisschen philosophieren gehört auch zum Trinkgenuss.

Ein erster Schritt wäre da das Etikett dieses wunderbaren Primitivo di Manduria. Wir wünschen ihm viele begeisterte Trinker, denn er hat uns mit seinen konzentrierten Fruchtaromen und seiner weich schmeichelnden Textur gleich für sich eingenommen. Er hat Klasse, Finesse, Struktur.

153 Rossmann MasseriaTorreRossaUnd wir haben dann gerätselt, was uns das lustige Männchen auf dem Etikett sagen soll, das auf einer Leiter zum Mond klettert. Will er seiner Liebsten den Mond und die Sterne vom Himmel holen? Will er das Mondlicht ausknipsen, damit er mit seinem significant other im Dunkeln kuscheln kann? Will er wissen, was sich auf der anderen Seite des Mondes verbirgt? Ist das überhaupt ein Männchen? Oder was denkt Ihr? Warum steht das Männchen auf der Leiter?

 

2011 Masseria Torre Rossa, Primitivo di Manduria,
Italien
Rossmann, 8.99€

 

 

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