Männer unter sich

Heute gibt es einen Urlaubstipp, falls die Herren hier noch nicht wissen, wo sie in den Ferien hinfahren sollen.

In Griechenland in der berühmten Mönchsrepublik auf dem Heiligen Berg Athos, sehr idyllisch auf der Halbinsel Chalkidikí gelegen, leben orthodoxe Mönche in mehreren Klöstern.

Männer! Auf Athos leben ausschließlich Männer. Keine Frauen! Überhaupt nichts Weibliches! Das geht so weit, dass noch nicht einmal weibliche Haustiere wie Kühe oder Hühner dort geduldet werden.  Eine einzige Ausnahme bilden Katzen, denn die sind die besten Mäusejäger, das haben die Herren Mönche bisher noch nicht maskulin substituieren können.

Die Klöster stehen übrigens Besuchern offen, die bereit sind, sich dem einfachen Leben dort zu unterwerfen. Und kosten tut ein Besuch dort auch nichts, abgesehen von einer kleinen Spende, da sollte Mann sich nicht lumpen lassen. Die Instandhaltung der – wie frau so hört und liest – außergewöhnlich prächtigen Ikonenmalerei kostet ja nun auch einiges.

Frauen dürfen sich diesem Staat im Staat nur auf etwa 200 m nähern auch von der Seeseite her. Ein kleines Schnippchen haben die Frauen den Mönchen allerdings doch schlagen können. Außerhalb der heiligen Grenzen wurden bei Grabungen die Überreste des allerältesten Klosters entdeckt, und das können auch Frauen betreten. Und wer weiß, ob die Mönche nicht, wenn sie weiter auf üppige EU-Fördergelder pochen wollen, im Gegenzug einschlägige Gleichstellungsinstrumentarien einführen müssen.

All das beflügelt natürlich die weibliche Neugier. Was machen die Männer denn so den ganzen Tag unter sich, so ganz ohne Frauen? Fernsehen soll es dem Vernehmen nach auch nicht geben, das Essen sei einfach aber schmackhaft und der Wein kommt von den eigenen Weinbergen. Rasieren brauche man sich nicht, eine Kleiderordnung gibt es auch nicht, nur kurze Hosen seien verpönt.

Beklagen die Männer sich da über ihre Frauen und tauschen Lebenserfahrung aus? Geben sie voreinander an wie eine Tüte Mücken  „mein Haus, meine Yacht, mein Weinkeller“ ?  😉 Machen Sie einfach mal gar nichts wie es der Herr im Loriot-Comic so gerne würde? Das nennt man ja im klösterlichen Kontext Meditieren.

Die Frauen der so meditierenden Männer genießen ein paar Tage ganz für sich alleine, denn wann kann frau schon mal ungestört zwei Stunden mit der Quarkmaske und mit Lockenwicklern herumlaufen und hat endlich Zeit, den Nagellack so richtig trocknen zu lassen, weil keiner ruft „Hach Schatz, kannst Du mal gerade…“. Und niemand macht Bemerkungen wie  „wieso ziehst Du eigentlich immer so ein doofes Gesicht beim Augenbrauenzupfen?“

Oder frau kann ausprobieren, ob die Couchgarnitur im Wohnzimmer doch vielleicht besser an der Wand zur Geltung kommt, an der gerade noch das Bücherregal steht. Und das Klavier, das wollte sie ja schon immer ganz wo anders hinstellen.

Und abends beim stundenlangen Telefongespräch (niemand ruft dazwischen: „Telefonierst Du noch lange?“) gießt sie sich einen frischen knackigen ungemein fruchtigen Sauvignon blanc ein, auch vom Felsen, vom African Rock, Selection, erhältlich bei Aldi Süd für erfreuliche 2,69€.

 

 

Nun, meine Herren, war jemand von Euch schon einmal dort auf Athos? Bitte lasst uns nicht dumm sterben, und erzählt mal ein bisschen, wie es dort so zugeht. Und die, die noch nicht dort waren: Was würdet Ihr den ganzen Tag auf Athos machen?

 

 

 

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