Die Weinmeister – Magier der guten Tropfen

winewizrdWas in vielen anderen Ländern schon lange Usus ist, wird auch in Deutschland immer mehr zur normalsten Sache der Welt:

Der Weinkauf im Supermarkt wird immer populärer!

Wo vor einigen Jahren auf die Nachfrage, wo man seinen Wein kaufe, natürlich IMMER geantwortet wurde: „Ich kaufe nur beim Winzer“, bekommt man heute mit einem dicken Grinsen im Gesicht die kaltschnäuzige Antwort „natürlich bei ALDI/LIDL/EDEKA“.

Aber Weinkauf war schon immer Vertrauenssache …

Wer hilft bei der Auswahl im Regal, wenn Verkosten nicht zu den Möglichkeiten gehört? Die Etiketten sind inzwischen ja fast alle irgendwie besonders originell und am Preis kann man sich auch nicht wirklich orientieren.

Früher gab es da ja so ein praktisches kleines Buch … 😉 Die hilfreiche App gibt es ja immer noch. Aber was tun, wenn man Cordula nicht immer in der Tasche bei sich trägt?

Inzwischen warten immer mehr Lebensmitteleinzelhändler mit eigenen ‚unabhängigen Experten‘ auf. Schon seit Jahren lässt ALDI sich vom ehemaligen Weltmeister der Sommeliers beraten, Netto trumpft bereits geraume Zeit mit einem renommierten Master Sommelier und nachdem sich LIDL vor zwei Jahren einen internationalen Master of Wine zugelegt hat, musste Kaufland jetzt auch nachziehen.

Der Adel des Weins, die Magier der Rebenkunde, sie tummeln sich in den deutschen Supermärkten.

Und natürlich regt sich die konventionelle Weinelite darüber schrecklich auf! Nestbeschmutzer, Verräter, käufliche Sünder, Perlen vor die Säue. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Das möchtegern Lebenselixier neben Klopapier und Zahnpasta , gelobt von einem falschen Propheten, der sich seine Lobhudelei teuer bezahlen lässt?

Aber jetzt mal ganz im Ernst. So eine Ausbildung, wie sie die obengenannten Damen und Herren genossen haben, dauert Jahre, erfordert Fleiß, Ausdauer und Leidenschaft. Nur eine Handvoll der Anwärter erreicht das angestrebte Ziel. Weltweit gibt es derzeit zum Beispiel nur 343 Fachleute, die den Titel Master of Wine tragen dürfen. Was soll falsch daran sein, dass diese Meister ihr Wissen und ihre Begeisterung mit der breiten Masse teilen?
Wer ein Großteil seiner beruflichen Laufbahn in eine solche Qualifikation gesteckt hat, wird einen Teufel tun, seine Integrität für ein paar Kröten aufs Spiel zu setzen. (Im Gegensatz zu den vielen kommerziellen Weinwettbewerbsausrichtern, die vor Lauter Dollarzeichen in den Augen nur noch Goldmedaillen sehen …)

Ich finde die Entwicklung gut! Und ich freue mich über die Tatsache, dass hier nicht nur schöngeredet werden soll, sondern wirklich an Qualität gearbeitet wird. Und wenn dann alle Supermärkte ihren Weinmagier haben, kann ich mich ja zur Ruhe setzen. 😉

Simsalabim!

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