Wie kommt der Sprudel in die Flasche? – Methoden der Schaumweinherstellung

bubble-83758_640Da ich mir selber vorgenommen habe, mit meinem eigenproduziertem Schaumwein von meinem kleinen holländischen Weingut eine festliche Benchmark für niederländischen Sprudel zu setzen, möchte ich euch heute eine kleine Einführung in die Herstellung des schäumenden Glücks bieten.

Schließlich ist es nützlich zu wissen, warum man prickelndes Partywasser schon für € 2,49 kaufen kann und gleichzeitig tief in die Tasche greifen muss, wenn man echten Schampus trinken will.

Natürlich ist dieses Thema – wie die meisten Themen rund um den Wein – eher komplex und die Möglichkeiten beinahe endlos … Ich beschränke mich daher auf eine grob schematische Einteilung, direkt mit dem Hinweis, dass es innerhalb der verschiedenen Methoden eine Vielzahl qualitativer Unterschiede gibt.

Am einfachsten – und daher auch am billigsten – ist es, mal ganz plump gesagt, einen Kohlensäureschlauch in einen Weintank zu hängen und dann den Hahn aufzudrehen … Zisch! Und schon sind viele Bläschen drin! Deckel drauf und fertig. Das Ganze muss dann nur noch unter Druck in die Flasche.
Hier rümpfen Weinfreunde die Nase! „Wenig subtil!“, „Da kann man ja gleich Cola trinken!“
„ Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure“ muss in diesem Fall auf dem Etikett stehen. Für eine klebrig-nasse Schüttel-Spritz-Schlacht im Studentenwohnheim nach bestandenem ersten Semester jedoch ein völlig probates Mittel!

Am anderen Ende der Qualitätsleiter befindet sich die Méthode Champenoise oder Méthode Traditionelle. Wie die funktioniert, wurde in der Sendung mit der Maus so schön erklärt, dass ich das ganz bestimmt nicht einfacher und anschaulicher kann:

 

Jetzt fragt bestimmt niemand mehr, warum für Veuve Clicquot und Co solche Preise aufgerufen werden …

Dazwischen gibt es dann noch die modernere Flaschengärung (Transvasierverfahren), die ähnlich funktioniert wie die Méthode Champenoise, aber ohne das Gerüttel und das Degorgieren. Die für die Kohlensäureentstehung benötigte zweite Gärung findet hier noch in der Flasche statt, danach wird jedoch im Drucktank weiterverarbeitet.

Noch ein bisschen einfacher wird es, wenn man das Tankgärverfahren wählt. Hier werden dem Jungwein direkt im Drucktank Zucker und Hefe zugefügt, damit die zweite Gärung zustande kommt. Das Endprodukt ist immer noch ein Qualitätsschaumwein!

Ganz andere Wege geht man bei der Méthode Rurale oder Asti-Methode. Diese Schaum- und Perlweine sind meist lieblicher Natur. Beim aromatischen, zuckerreichen Grundwein wird die erste Gärung durch Kühlung gestoppt, bevor der gesamte Traubenzucker zu Alkohol vergoren ist. Danach entstehen durch weitergären im Drucktank die sanften Perlen. Auch eine hohe Kunst des süßen Genusses, ganz ohne zweite Gärung.

Ich habe noch ein bisschen Zeit, mir zu überlegen, wie weit ich in meiner Begeisterung für Details gehen will … Eines ist jedoch sicher: für € 2,49 gibt es meinen Schampus sicherlich nicht! 😉

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