Mimosa

Mimosa CavaDas hättet Ihr wohl auch nicht gedacht, dass das langweilige Sekt-Orangensaft-Gemisch, ohne das kein Empfang oder Brunch heutzutage auskommt, einen so edlen Namen hat: Mimosa, nach der gelben Pflanze, der man Empfindlichkeit nachsagt. Der Cocktail gilt als leichte Variante für alle, die am frühen Morgen noch nicht gleich so viel Alkohol trinken wollen. Für manche ist er aber auch die edlere Ausgabe des Reparaturbiers nach einer durchzechten Nacht.

Und er gehört zu den Cocktail Klassikern. Er soll im Jahr 1925 im Hotel Ritz in Paris vom Barkeeper Frank Meyer erfunden worden sein. Und mitnichten hat Meyer irgendeinen Orangensaft mit irgendeinem Blubberwasser vermischt.

 

Das korrekte Mimosa-Rezept sieht nicht weniger als einen ordentlichen und vor allem trockenen Champagner vor. Und frisch gepressten Orangensaft. Beides auf gleiche Temperatur und gut gekühlt, zu gleichen Teilen in eine ebenfalls vorgekühlte Champagnerflöte gegeben und mit einem Orangenschnitz am Glasrand serviert. Die Variante mit Grapefruit heißt dann auch logischerweise Grapefruit Mimosa.

MimosaDie Variante, bei der zwei Teile Champagner auf ein Teil Orangensaft gegeben werden, heißt korrekterweise Buck’s Fizz und ist bereits im Jahr 1921 im Londoner Buck’s Club vom Barmann McGarry erfunden worden. Damals gab es noch einen Spritzer Grenadine zu der Mischung oder aber eine kleine Menge anderer geheimer Zutaten, die nur den Barmännern des Clubs bekannt waren. Allerdings, die International Bartenders Association, die über alle offiziellen Cocktail Rezepte wacht, wie die Italiener über das klassische Ragù alla Bolognaise, sieht das Rezept ganz puristisch ohne. Ich mag es trotzdem lieber mit Grenadine, und nenne es dann eben Moneypenny’s Fizz.

Der Buck’s Fizz ist dann später noch einmal zu Ehren gekommen. Eine englische Popgruppe benannte sich nach dem coolen Drink und startete 1981 beim Eurovision Song Contest (der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß), den sie mit dem Song „Making your Mind up“ gewann. Bei diesem Wettbewerb waren übrigens die Norweger diejenigen, die das harte Null-Punkte-Los erwischt hatte (ok, Deutschland wurde Vorletzter 😉 ).

Also, warum nicht mal mischen. Dabei gilt, was immer gilt, jede Mischung kann nur so gut sein, wie ihre Einzelteile, aus einem langweiligen Sekt und einem dünnen Orangensaft wird niemals ein ordentlicher Mimosa. Ein paar frische Orangen auspressen und den Saft im Kühlschrank für mindestens eine Stunde kaltstellen. Den Champagner in den gleichen Kühlschrank stellen. Danach mischen, je nach Gusto zum Buck’s Fizz oder zum Mimosa. Und keine Eiswürfel! Und keinen Zuckerrand am Glas! Und kein Schirmchen! Die wahre Kunst liegt im Weglassen. Orangenschnitz aufstecken und fertig.

211 Finca de la Vega CavaEs muss nicht zwingend ein Champagner für die Mischung genommen werden, ein feiner Cava tut’s auch, Hauptsache angenehm trocken. Hier finden wir feine Fruchtaromen von Äpfeln und Birnen. Besonders edel die herb erdige Note.

 

Finca de la Vega, Cava, Seco, Spanien, Edeka, 3.59€

 

 

 

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