Prost, Proust! Lang leben die großen Klassiker!

 

 Marcel Proust war kein Freund der „mémoire volontaire“, dem bewussten Erinnern an bestimmte Ereignisse…  

Er schwor auf die unwillkürliche Erinnerung, die „memoire involontaire“!

Diese ungesteuerten, plötzlich und unerwartet auftretenden Stückchen Vergangenheit … Der Schlüssel zur verschlossenen Tür auf der Suche nach der verlorenen Zeit:

Die Begegnung mit dem, nach dem man nicht im Unterbewussten gesucht hat.

So wie es ihm geschah, als er, zu Besuch bei seiner Tante, einen Schluck des von ihr servierten Jasmintees nam, in dem noch ein paar Krümel der zuvor getunkten Madeleine schwammen:

Er fühlt ein Kribbeln – „un plaisir delicieux“ … Ein Genuss, dessen Ursprung er nicht begreift! Es folgt der Moment, in dem alles unwichtig wird. Es scheint, als würde er über sich selbst hinaussteigen: „J’avais cessé de me sentir médiocre, contingent, mortel.“ („Ich höre auf, mich mittelmäßig, beschränkt und sterblich zu fühlen.“)

 

Als Proust diesen Schluck nimmt, kommt ein Bild zum Leben … Dieser besondere Geschmack zaubert ein „Souvenir Visuel“ zum  Vorschein.

 

Was man nicht alles in einer Tasse Tee mit Krümeln entdecken kann!

… und in einem Glas Wein!

Das raue Südfrankreich, eine Dorfkneipe … Sonnenüberflutete Terrasse, eine herrliche Mahlzeit und ein ehrlicher Wein!

Augen zu, die Eindrücke in sich aufnehmen und wissen, dass man sie gefunden hat, die „temps perdu“ … ;-)  

 

 

 

 

La Grande Classique, Corbières, Penny, € 2,99:

“Eitler Südfranzose mit der Gold Card auf Weltreise! Fühlt sich überall zu Hause, erinnert sich aber gerne an die Heimat”.

 

 

 

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