Schmecken, was das Ohr will

kleren-keizerDass Musik einen großen Einfluss auf unser Dasein hat, ist glaube ich  unbestritten:
Beruhigendes Gedudel im Aufzug, um uns die Platzangst vergessen zu lassen, anheizende Beats, wenn Leben in die Bude soll oder romantische Klänge, wenn man möchte, dass der Abend mit dem neuen Date nicht nach dem ersten Glas Wein endet …

Aber in wie fern beeinflusst die Musik auch unseren Umgang mit Wein?


Über Winzer, die ihren Rebensaft im Keller mit unterschiedlichen Klängen beschallen, um das Beste aus den Tropfen zum Vorschein zu zaubern, haben wir vor einiger Zeit schon einmal ausführlich berichtet und ob man Verkostungsnotizen eines Weins auch in Musikform schreiben kann, daran haben sich bisher nicht nur in Geisenheim die Studenten versucht, als sie Weißwein und Elektro Swing miteinander vermählten.

Dass sich aber unser Weingeschmack und unser Weinkonsum tatsächlich je nach Begleitmusik verändert, ist erstaunlich!
So scheint das Hören unseres Lieblingslieds nicht nur unsere Kauf- und Trinkfreude im Allgemeinen anzuregen, sondern es soll einen direkten Zusammenhang zwischen Ohr- und Gaumenkitzel geben! “Spielt bei uns eine Band Musik mit ausgeprägter Basslinie, verkaufen wir auffällig viel Syrah und Cabernet,” stellt Michael Dorf, Wein- und Musik-Liebhaber und Chef der City Winery in New York fest. Wird in ‘höheren Tönen’ musiziert, läuft der Weißwein wie geschmiert!

Von einem Londoner Supermarkt wird berichtet, dass vor allem französische Weine verkauft werden, wenn die Weinabteilung mit Chansons beschallt wird und dass das Spielen von deutschen Schlagern zu einem Rieslingboom führt.

Aber es geht noch weiter! An der Universität in Edinburgh wurde erforscht, dass der selbe Wein bei unterschiedlicher musikalischer Begleitung völlig anders wahrgenommen wird. Beim Lauschen der Carmina Burana wird ein Wein als wuchtig und schwer erfahren. Sind die Klänge jedoch sanft und harmonisch, ist es der Wein natürlich auch! Der Cabernet im Glas kann aber ebenso als beschwingt und erfrischend beschrieben werden, wenn einem die Musik dies eingeflüstert hat.

Wer das Ganze selber mal probieren will, findet hier die entsprechende Musikauswahl des Experiments.

Besonders schlau finde ich allerdings den kalifornischen Weinhändler, der seine Kunden vor einer geplanten Verkostung nicht nur nach der ihrer Budgetgrenze und der bevorzugten Weinstilrichtung fragt, sondern auch um die Preisgabe ihrer Musikvorlieben bittet. 🙂
Bei so vielen glücklichen Synapsen im Kundenhirn muss der Rubel ja rollen … egal was man ihm kredenzt.

 

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