Think Pink!

rose-185961_1920Beim Rosé scheiden sich die Geister. Gestandene Männer lehnen ihn ab. Rosé ist irgendwie unmännlich. Nur manchmal, im Restaurant, wenn sie sich nicht entscheiden können, ob sie Weißwein oder Rotwein zum Essen bestellen sollen, dann nehmen sie eben Rosé. Das ist dann von jedem etwas.

Rosé – eine Mischung aus Rotwein und Weißwein? Na, das sagt mal in der Provence, dem Mutterland des Rosé, lieber nicht laut. Ein Rosé ist ein eigenständiger Wein! Dank des provenzalischen Rosés, der dort zwischen Mittelmeer und Mont Ventoux 80% der gesamten Weinproduktion ausmacht, ist Frankreich immer noch Weltmeister in der Roséerzeugung.

Mit den Rosés ist es übrigens wie mit den amerikanischen Bulettenbratern oder der Zeitung mit den Großbuchstaben, niemand kauft sie, und doch machen die Firmen satte Gewinne. Den Rosé trinkt auch angeblich niemand. Und trotzdem werden weltweit pro Jahr einige Millionen Hektoliterliter erzeugt, verkauft und auch getrunken.

Was aber ist jetzt Rosé genau, ein dunkler Weißwein oder ein heller Rotwein oder doch eine Mischung aus Rot und Weiß?

Roséwein wird in der Regel aus Rotweintrauben hergestellt.

Für den provenzalischen Rosé werden die Trauben genauso vergoren wie für den Rotwein, nur bleiben sie viel kürzer auf der Maische (so nennt man den Fruchtbrei, dessen Zucker zu Alkohol vergärt). Deswegen können sich nicht alle Farbstoffe aus den Traubenschalen lösen und der Wein hat nur eine hellrote Farbe. Eine andere Methode ist, dem Most für den Rotwein einen Teil abzunehmen und diesen als Roséwein auszubauen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass der Rotwein, dem der Most entzogen wurde, intensiver, konzentrierter wird. Dieses Verfahren nennt man Saignée-Methode.

Beim in Deutschland bekannten Weißherbst werden die Trauben gleich gepresst und dann ohne Schalen und Beeren vergoren. D.h. der Weißherbst wird wie ein Weißwein hergestellt, nur aus roten Trauben.

Und dann gibt es durchaus die Mischung von Rot- und Weißweinen, zum Beispiel bei der Champagnerherstellung können Mischungen aus roten und weißen Grundweinen für die beliebten eleganten rosé Champagner eingesetzt werden. Auch der Schillerwein, den man in einigen Teilen Württembergs, Sachsens und in Graubünden kennt, ist ein solcher Mischwein.

Ein Rosé sollte duftig, blumig und frisch riechen und zarte Beerenaromen haben, im besten Fall ist er ein unkompliziertes fröhliches Trinkvergnügen. Dann bereitet er gut gekühlt genossen an warmen Sommerabenden viel Spaß. Und er verzeiht es auch, wenn man ihn mal mit einem Eiswürfel auf Temperatur bringt.

Zur Mittelmeerküche passt er perfekt, zur klassischen Bouillabaisse ist er schon fast ein Muss, sowohl in den Topf, als auch für den Koch und den Gast! Vor allem, wenn draußen gerade gar kein Sommer ist, dann holt man sich ein bisschen Sommer in die Küche und an den Tisch!

Dieser Artikel nimmt an der 77. Weinrallye teil, die in diesem Monat von Annette Sandner von culinary prixel ausgerichtet wird. Dort können alle Beiträge der Wein- und Foodblogger zum Thema „Rosé – solo oder als Essensbegleiter“ heute Abend nachgelesen werden.

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