Und täglich grüßt das Murmeltier …

soft-toy-3607_960_720Heute ist der 2. Februar, in vielen Gemeinden der USA und Kanadas als Groundhogday, Murmeltiertag, gefeiert. Weiß doch jeder. Wer hat den Film mit Bill Murray und Andie McDowell nicht gesehen?

An diesem Tag wird unter viel Tamtam ein armes verschlafenes Murmeltier unsanft aus seinem Bau gezerrt und der gespannt wartenden Menge präsentiert. Und wenn es einen Schatten wirft, also wenn die Sonne scheint, dann bleibt der Winter noch sechs Wochen. Soweit der Volksglaube. Dabei ergeht es dem tapferen Tier aber immer noch besser als seinen Artgenossen aus dem 19. Jahrhundert. Die wurden nämlich zur Feier des Tages als Braten verzehrt.

Nun, dann besteht dieses Jahr ja keine Gefahr. Was nicht da ist, kann auch nicht bleiben. 😉 Und Murmeltierbraten ist lange aus der Mode.

Seit dem Film ist der Spruch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ allerdings zum Synonym für immer wieder kehrende Ereignisse geworden.

Die gibt es übrigens in der weiten Welt des Weines auch zu Hauf, diese Murmeltiere.

ABC – Anything but Chardonnay (alles, nur kein Chardonnay) ist so eins. Fast schon reflexartig kommt dieser Satz sich kennerisch gebenden Zeitgenossen von den Lippen, die damit ausdrücken wollen, dass man ihnen nicht mit Mainstream kommen kann. Mit fetten, holzausgebauten Chardonnays aus Übersee. Denn die sind da alle zu alkoholisch und zu holzlastig und zu wenig elegant. Weiß doch jeder.

Schon Albert Einstein wusste, dass man eher ein Atom zertrümmern kann als ein Vorurteil. Und Soziologen sind sogar davon überzeugt, dass es eines gewissen Bodensatzes an Vorurteilen braucht, damit man sich im Leben zu recht findet. Man kann schließlich nicht alles hinterfragen und überprüfen. Erst wenn die Weltsicht überwiegend aus Vorurteilen besteht, wird es kritisch.

Zurück zum Chardonnay. Immerhin die am häufigsten angebaute Weißweinrebsorte der Welt. Das heißt, dass sich kaum ein Anbaugebiet diese Rebsorte entgehen lässt. Und das, obwohl sie durchaus kapriziös in der Behandlung ist. Sie ist anfällig für Mehltau und Botrytis (Fäule) und noch ein paar Dinge mehr, die der Winzer fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.

Dafür belohnt sie sorgfältige Arbeit mit wunderbaren Weinen, die nach Nüssen, Marzipan und Zitrusfrüchten schmecken, nach reifen Beeren duften und wunderbar schmelzig über den Gaumen rollen. Deswegen findet man sie nicht nur in vielen Champagner (der Plural von Champagner ist ebenfalls Champagner 😉 ) sondern sowohl reinrebig ausgebaut in den besten Weißweinen der Welt, den großen Burgundern, als auch als Verschnittpartner.

Sicher schmeckt ein Chardonnay aus Italien anders als einer aus Frankreich, wäre ja auch traurig, wenn es nicht so wäre. It takes all sorts to make a world.

117 Penny Fior Danelli Chardonnay-2Wir trinken zum heutigen Murmeltiertag einen italienischen Chardonnay und wünschen uns dazu ein wenig vom dolce far niente, Sommer und Sonne. Über diesen Schoppen haben wir notiert: „Die Zofe am Hof, die das volle Vertrauen der Herrschaft genießt. Sie ist zurückhaltend, elegant, bescheiden und grazil. Die Dame des Hauses schätzt sie besonders.“ Also jemand, den man nicht mehr missen möchte.

2013 Chardonnay delle Venezie
Fior Danelli
Penny 2,89 €

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