Wein and Crime, denn das Böse ist immer und überall …

VerbrechenMit Wein kann man viel Geld verdienen oder verlieren.

Schließlich gibt es edle Weine, die einige tausend Euro pro Flasche kosten. Und wo viel Geld verdient werden kann, ist das Böse nicht weit. Weinfälschungen oder Diebstahl von Wein und Trauben machen immer wieder Schlagzeilen. Und so ein paar Tropfen Blausäure oder Zyankali im abendlichen Gläschen Wein und – schwupp – ist die Erbtante gemeuchelt.

Wir haben uns in der Welt der Verbrechen um den Wein umgesehen. Natürlich nicht, um unseren Lesern leichtfassliche Handlungsanweisungen für alle Fälle zu bieten. Aber das Böse fasziniert ohne jede Frage. Würden sonst jeden Sonntag Millionen Menschen den Tatort verfolgen?

Apropos Tatort, da gab es einen, der sich des Themas Wein und Weinfälschung annahm. Und der in einer Szene so ziemlich alle Klischees bediente, die man zu elitären Weinproben und den entsprechenden Verkostungsnotizen hat. Wären die Macher nur mal bei einem normalen Super Schoppen Shopper Arbeitstag anwesend gewesen, die Szenen wären viel lustiger ausgefallen.

Den genialen Fälscher Rudy Kurniawan haben wir ja schon einmal beiläufig erwähnt. Wenn es einen Topstar in der Weinfälscherbranche gibt, dann ist das sicherlich er. Das hat sogar (wohl auch um des Effekts willen) der Staatsanwalt gemeint, der ihn schließlich anklagte. Rudy hat immerhin Weine im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar gefälscht. Und das mit denkbar einfachsten Mitteln. Einfach die begehrten Etiketten auf irgendwelche Flaschen geklebt und Kapseln drauf. Bis er einen ganz dummen Fehler gemacht hat. Rudy bot vom berühmten Wein Clos St. Denis von Ponsot die Jahrgänge 1945-1971 an. Dumm gelaufen, Rudy, dieser Wein wurde erst ab 1982 erzeugt.

Doch das Problem ist viel älter. Im Jahre 1819 erschien ein Traktat eines Johann G. Härlin: „Über das Verbrechen der Getränke-Verfälschung und der Weinverfälschung insbesondere“. Der Autor stellt damals schon fest, dass es „… eine seltene Sache seye, einen reinen Wein zu bekommen …“. Aus reiner Gewinnsucht mischten die Händler ihren Weinen Substanzen bei, die geeignet seien, die Gesundheit oder das Leben ihrer Kunden zu zerstören. Dabei gab es bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts Gesetze und Regelungen gegen Weinpanscherei. Aber wer glaubt, das Gesetze Verbrechen verhindern, der glaubt auch, dass man vom Küssen schwanger wird.

weinprobeBöse Zungen behaupten, so viele Flaschen des ehemaligen US-Präsidenten Thomas Jefferson (1743-1826) wie noch im Umlauf sind, kann der im Leben nicht hinterlassen haben. Das ist so ähnlich wie bei oben erwähntem Rudy, der hat alleine von manchen Weinen mehr verkauft, als im Gut selber in entsprechenden Jahrgang erzeugt wurden. Wohl auch, weil die Kunden es oft gar nicht so genau wissen wollen. Und getrunken werden diese Weine meistens auch nicht. (So what, möchte man da fast sagen 😉 ).

Da kann die Mafia natürlich nicht tatenlos zusehen. Zumindest wird ihr unter der Hand ein Fall aus Montalcino zugeschrieben. Ob der Winzer das Schutzgeld nicht zahlen wollte? Oder war es doch „nur“ ein missgünstiger Nachbar? Oder doch „nur“ Vandalismus? Man weiß es nicht. Jedenfalls wurde eines nachts im Jahre 2012 im Weingut Case Basse eingebrochen, alle Fässer geöffnet und der darin reifende Wein komplett abgelassen. Als der Winzer morgens in den Keller kam, stand er fassungslos vor einem riesigen Weinsee (immerhin waren über 60.000 Liter in den Fässern) und einem Schaden von mehreren Millionen Euro, schließlich wird eine Flasche dieses seltenen Weins mit 100-250€ gehandelt. Rätselhaft blieb den Ermittlern auch, dass keine einzige gefüllte Flasche vernichtet oder gestohlen wurde und auch keinerlei Wertgegenstände wie Computer und Gerätschaften fehlten.

Dagegen ist es sehr amüsant, nachzulesen, wie französische Winzer und Händler die deutschen Wehrmachtsbeauftragten für Wein austricksten, die während der deutschen Besatzungszeit im Auftrage des Führers Weine zu requirieren hatten. Auch wenn „dörr Föhrrörr“ selber Abstinenzler war, so wollte er sich doch mit einem imposanten Weinkeller voller französischer Spitzenweine schmücken. Wobei die Finten der Franzosen ja nur zu damaligen Zeiten im Auge der Besatzer Verbrechen darstellten und heute zu den heldenhaften Taten gehören, die man sich stolz immer wieder erzählt. Das Buch „Wein und Krieg“ von Don und Petie Kladstrup sei als amüsante gleichwohl informative und manchmal auch anrührende Lektüre empfohlen.

146 Rossmann Haute-LigeUnd weil sich ein Buch viel genüsslicher liest, wenn man ein gutes Glas Wein dazu trinkt, empfehlen wir heute zur Lektüre einen so genannten Bordeaux Blend, d.h. auch wenn er nicht aus dem Bordelais stammt, so ist er doch aus dem klassischen Bordelaiser Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot erzeugt. Und das schmeckt man, der Cabernet bringt seine typische Johannisbeernote und der Merlot sein samtiges schokoladiges Aroma mit in die Ehe. Manch ein kleiner Bordeaux würde sich wünschen, so kräftig und saftig daher zu kommen. Haute Lige spielt durchaus im soliden Mittelfeld der zweiten Wein-Liga.

2014 Haute Lige, Cabernet Sauvignon – Merlot, Pays d’Oc, Rossmann, 4.49€

 

 

 

 

 

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