Wein ohne Grenzen

Weinbau gibt es schon seit mehreren tausend Jahren vor Christus.

Dabei streiten sich die Griechen, Türken, Ägypter und Iraner darum, wer von ihren Vorfahren den Wein erfunden hat und wie lang das her ist.

Dabei kann man eigentlich gar nicht von Erfindung sprechen, sondern eher von Entdeckung.

Es wird wohl so gewesen sein, dass eine schusselige Hausfrau ein paar Früchte oder Beeren  in ihrer antiken Speisekammer vergessen hat und die haben angefangen zu gären. Und weil Hausfrauen damals wie heute ungern etwas wegwerfen, wurde das vergorene Beerenmus zum Abendessen serviert, es schmeckte leidlich und die Wirkung danach war geradezu umwerfend, die Menschen fühlten sich fast wie Götter, stark, unverwundbar und voller Glück.

Da hat die Hausfrau schnell noch eine Geschichte von göttlicher Eingebung oder sonst was Übersinnliches dazu gedichtet, das macht sich allemal besser als die eigene Schlamperei zu gestehen. So ungefähr wird es wohl angefangen haben. Am nächsten Tag hatten alle Kopfschmerzen und der lokale Götterbeauftragte (wahrscheinlich der Priester oder sonst jemand mit gutem Draht nach ganz oben), nahm sich der Sache an und erklärte sich alleinig zuständig für den Umgang mit bewusstseinserweiternden Substanzen und dem Anbau der entsprechenden Pflanzen.

Eine Pflanze hat sich dabei als besonders geeignet erwiesen, die Weintraube (lat. Vitis vinifera), die schon in vorchristlicher Zeit veredelt und systematisch angebaut wurde, bis schließlich zwischen dem 30sten und 50sten Breitengrad auf  jeder Halbkugel dieser Erde Trauben wuchsen. Natürlich nicht an jeder Ecke, sondern nur an ganz besonderen Stellen, mit einmaligem Boden, Sonneneinstrahlung, Mikroklima, ihr erinnert Euch – Terroir. Für die Verbreitung haben vor allem die Römer mit ihren Eroberungsfeldzügen ganze Arbeit geleistet.

Dazwischen hatten Mönche und Priester immer wieder ihre Finger im Spiel, man denke nur an den guten Dom Perignon und seinen Champagner.

Dank des Klimawandels wandert der Weinbau auf unserer Halbkugel  immer weiter nach Norden, der 50. Breitengrad ist schon lange nicht mehr die Grenze. Die schwedische Insel Gotland ist derzeit das nördlichste Weinbaugebiet so richtig mit Regeln, Statuten und Winzerverband.

 

Unser Wein von morgen stammt allerdings aus der „Alten Weinwelt“, aus den Abruzzen und wer’s nicht glaubt kann die geographischen Koordinaten auf dem Etikett nachlesen, 42 Grad 20 Minuten Nord und 14 Grad 19 Minuten Ost. Eine Cuvée aus Trebbiano, einer uritalienischen Rebsorte, und Chardonnay, der in Frankreich seinen Ursprung hat. Ein aromatischer, erfrischender Wein, angenehm trocken und fruchtig (und gibt bestimmt keine Kopfschmerzen).

42° Coordinate° bianco IGT 2010 bei Rewe für 3.49€

 

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