Weinrebellen

Es ist mal wieder so weit!

Treue Leser wissen es schon: Der letzte Freitag im Monat ist Weinrallye-Freitag! (Ein Blogger gibt das Thema vor, wer will, schließt sich der virtuellen Reise durch die Weinwelt ein.)

 

Gastgeber ist heute Sebastian Holey und er schneidet ein höchstpolitisches Thema an: Anbaustopp!

 

Worum geht es? Darum, dass die EU uns vorschreibt, welche Trauben wir in welchen Mengen wo anpflanzen dürfen und wo nicht.

Ja, ganz richtig … Nur weil der letzte Schrei vielleicht gerade „Dunkelrot“ ist, dürfen wir nicht einfach unsere Rieslingkinder entwurzeln und durch Merlotstöcke ersetzen! Und weil es nicht erlaubt ist, tun wir das auch nicht! Zumindest nicht in Deutschland! Wir sind ja brav und gesetzestreu und schließlich wollen wir ja auch ein kleines bisschen von den EU-Subventionen für den Göttertrunk abstauben … Staatliche Stütze hat eben seinen Preis! 

Zu dumm für die deutschen Winzer, dass gerade die Länder, die den Größten Teil der 1,3 Milliarden Euro Weinbauhilfe einstecken, weniger Gewissensbisse haben, wenn es um freie Interpretation von Gesetzestexten geht und fröhlich anbauen, was ihnen gefällt und dem Weltmarkt schmeckt.

Da habe ich persönlich großes Glück, dass ich im „freien“ Weinland der Niederlande lebe! 🙂

Wenn wir hier noch ein paar Jahre lang unsere unzähligen Gewächshäuser kräftig mit staatlich subventioniertem Erdgas beheizen, ist das Klima bald reif für ein paar Weinberge hinterm Deich! Dann gibt es Château Cordula in Grand Cru Qualität! Und glaubt bloß nicht, dass ich irgendeinen Beamten in Den Haag frage, ob ich Spätburgunder oder Cabernet, Chardonnay oder Silvaner anpflanzen darf! Mit etwas Glück kennen die dort den Unterschied zwischen roten und weißen Trauben! Und auf „Kulturguterhaltung“ und regionale Identität brauchen die sich auch nicht zu berufen.

Ich kaufe mir einfach ein paar Pflanzrechtzertifikate, ziehe die Gummistiefel an und schaufel den Deich ein bisschen höher, damit ich auch eine Steillage habe!

Wie wär’s mit einem Gläschen „Holland in Not“? 😉

Vielleicht wollt ihr mir ja bei der Ernte helfen?

 

🙂

Schönes Wochenende!

 

Ps.: Wer mehr zu diesem komplexen Thema lesen möchte, ist mit den zahlreichen Rallye-Beiträgen bestens bedient, die Sebastian auf seinem Blog für euch sammelt …

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo Cordula,

    das Thema ist sehr komplex und ich möchte dich ganz sanft daran erinnern, dass in deinem ersten Absatz zu viele inhaltliche Fehler stecken.

    Selbstverständlich darf man seinen Riesling entwurzeln (roden) und Merlot pflanzen.
    Früher war das verboten.

    Leider darfst man nur Pflanzrechte aus dem eigenem Gebiet kaufen. Und genau das sollte man ändern!

    In Holland kommt allerdings für den Weinbau eine weitere extreme Auflage hinzu. Dort dürfen die Reben nicht gesprizt werden. Deshalb gibt es dort nun die besten Erfahrungen mit PIWI Rebsorten.

    Ich kann Dir nur empfehlen einen eigenen Weinberg anzubauen wo immer du willst… erst einmal mit 99 Rebstöcken… das ist legal trotz Anbaustopp.. und wenn du mehr brauchst dann melde dich bei mir 🙂

    Herzliche Grüße
    Patrick

    • Hallo Patrick, 🙂

      Meld! 😉 Hahaha

      Spritzen tun wir hier sowieso nicht … Wir leben im „Biobauernsektor“.
      Was wäre denn unser Gebiet? Flevopolder hat keine eigenen Pflanzrechte …

      Fröhliche Grüße zurück,
      Cordula

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