Alle reden vom Wetter

wolkenEigentlich bringt es nichts, sich über das Wetter aufzuregen. Denn ändern wir können es ja doch nicht. Nun, so ganz stimmt das nicht. Mit unserem Verhalten könnten wir schon dazu beitragen, dass das globale Klima nicht noch weitere Kapriolen schlägt.

Bei den derzeitigen Wetterturbulenzen freuen sich sicher die meisten auf den bevorstehenden Urlaub und überlegen schon, wo man denn einigermaßen stabile Wetterbedingungen vorfindet.  Genau wissen wir’s auch nicht, aber auf den Kanaren und den Balearen sieht es im Moment nicht so schlecht aus. In Griechenland auch nicht.

 

Viele Weinliebhaber versuchen im Urlaub alle ihre Vorlieben unter einen Hut zu bringen, wunderschöne Landschaften, Kultur, vielleicht ein Strand in der Nähe und auch ein Weinbaugebiet, wo man einmal bei einem Winzer einkehren und probieren kann und neue Weine für sich entdecken. Gutes Essen sowieso. Und warmes aber nicht zu heißes Wetter.

toskanaDie Toskana wäre da sicher eine gute Idee. Sanft hügelige Weinfelder, Kultur und Architektur in Städten wie Florenz, Siena, Lucca, der wunderschöne Strand bei Forte dei Marmi. Abends eine Bistecca alla Fiorentina und ein Glas Chianti – vollkommenes Urlaubsglück. Und bestimmt rücken in den einschlägigen Weinforen oder -gruppen auf facebook die Toskanaexperten ein paar Geheimtipps raus, zu Winzern, Restaurants, Ferienhäusern, Agroturismo etc. Und schon kann’s losgehen.

Da möchten wir gerne ein paar Worte zum Thema Winzer/Weingutsbesuch verlieren. Denn Weingüter sind keine folkloristischen oder touristischen Institutionen, die nur darauf warten, dass ein Rudel Touristen einfällt, sich durch das gesamte Sortiment trinkt und dann beschwingt wieder abzieht. Winzer sind hart arbeitende Menschen, die oftmals nicht gerade üppige Gewinne aus ihrem Unternehmen ziehen. Deswegen ist es eine Sache des Respekts vor ihrer Arbeit und vor ihrem Produkt, wenn man ein paar Spielregeln einhält.

  1. Kurz anrufen oder eine eMail schreiben und nachfragen, ob ein Besuch genehm sei, ist kein Hexenwerk. Der Winzer kann sich dann darauf einstellen undweinprobe muss nicht, wenn der unverhoffte Besuch klingelt, seine Arbeit an einer ungünstigen Stelle unterbrechen.
  2. Nicht böse sein, wenn für die Probe eine Gebühr verlangt wird. In der Regel wird diese ab einem bestimmten Umsatz wieder verrechnet. Aber der Winzer stellt immerhin Produkte und seine Zeit zur Verfügung. Niemand von Euch würde kostenlos arbeiten, warum also sollte ein Winzer das tun?
  3. Und dann wäre da die Sache mit dem kaufen. Natürlich ist eine Weinprobe letztlich eine Verkaufsveranstaltung. Sie dient dazu, dass man sich von der Qualität des Produktes überzeugen kann. Ein paar Flaschen wechseln sicherlich den Besitzer. Will man nichts kaufen oder kann es nicht (z.B., weil man als Flugreisender nicht beliebig viel Gepäck mitnehmen kann) sollte man das offen kommunizieren und anbieten, die Probe zu bezahlen, auch wenn keine Gebühr verlangt wird.
  4. Feedback geben. Jeder freut sich, wenn seine Arbeit wertgeschätzt wird. Also nicht nur schweigend schnüffeln und schlucken und spucken. Reden, fragen. Man lernt eine ganze Menge bei Proben und Winzer oder ihre Mitarbeiter tun in der Regel nichts lieber als über ihre Produkte zu reden.

So klappt es auch mit den Weinproben und man ist überall ein gern gesehener Gast.

In fast jedem Weinbaugebiet finden sich darüber hinaus Vinotheken, wo man ebenfalls unter kundiger Leitung viele Weine unterschiedlicher Güter probieren und kaufen kann. An dieser Stelle geht mein ganz persönliches Lob an die besten, die ich erlebt habe. Wer in die Gegend kommt sollte sich einen Besuch dort nicht entgehen lassen. Wer mich kennt, weiß, dass ich meistens im Süden Frankreichs unterwegs bin.

Da wären die allerfreundlichsten, das sind die Damen des Caveau du Gigondas. Die allergrößte Auswahl und eine sehr kompetente Beratung gibt es in der wunderschönen Maison des Vins Côtes de Provence in les Arcs. Und zu guter Letzt die Maison des Vins in Bandol gegenüber dem Yachthafen und dem örtlichen Spielcasino. Da könnte man ja versuchen, die Ausgaben für den Wein wieder reinzuholen. Klappt aber meistens nicht. 😉

Und die Daheim gebliebenen? Die im Urlaub nicht wegfahren können? Die richten sich dann eben auf Balkonien oder im heimischen Wohnzimmer gemütlich ein. Egal, wie das Wetter ist. Mit einer guten Flasche Wein, einem dazu passenden Essen und einem großen Sommerblumenstrauß.

100 Netto iLeccioni ChiantiEin guter Chianti, ein paar feine Spaghetti alio, oglio et peperoncino, den hinreißenden Gianluigi „Gigi“ Buffon im italienischen Tor bewundern, Urlaubsfeeling pur. Dazu ein klassischer Chianti, mit der feinen Note von Amarenakirsche, elegant und vollmundig. Zum Dahinschmelzen.

 

2014 I Leccioni, Chianti, Frescobaldi, Netto, 4.99€

 

 

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