Je größer das Glas, je weniger drin? Oder ist alles relativ?

riesenglasWie viel Wein bekommt man, wenn man ihn pro Glas bestellt?

Ein volles Glas? Wohl kaum! Das wäre äußerst unfein!
Ein halbes Glas? Oder gar nur bis zu einem Drittel gefüllt?
Die Füllmenge, sagt jetzt der Schlaumeier, hängt ganz vom Glas ab …

Naja, eigentlich ist es so, dass man immer so viel bekommt, wie in der Karte angegeben ist:
Das können, je nach Ort des Ausschanks entweder 0,1l, 0,2l oder gar ein Viertelliter sein.

Auf jeden Fall muss das Glas bis zum Eichstrich gefüllt sein!
Wie viel man bekommt ist also gar nicht relativ, sondern sehr genau bestimmt. Trotzdem ist das Viertel gefühlt nicht immer gleich ein Viertel!

Englische Wissenschaftler haben, nachdem eine Studie ergeben hat, dass man mehr isst, wenn kleine Portionen auf großen Tellern serviert werden, auch das Trinkverhalten von Kneipengängern untersucht. Und siehe da: Je weniger im Glas, je mehr trinken wir!

Was zunächst klingt wie ein Paradoxon ist eigentlich nur ein kleiner Trick eines trotzigen Unterbewusstseins:

In einer Kneipe in Cambridge wurden Versuchsreihen mit unterschiedlichen Gläsern durchgeführt, wobei die Ausschankmenge im Glas immer gleich blieb – nämlich genau bis zum Eichstrich – 0,2l Wein. Der abendliche Konsum der Gäste wurde zunächst bei Gebrauch des Standardglases mit einem Fassungsvermögen von 0,3l festgehalten. Anschließend wurde ein Versuch mit etwas kleineren Gläsern gestartet (Fassungsvermögen 0,25l). Zwar freuten sich die Barbesucher, dass sie so volle Gläser eingeschenkt bekamen, bestellten aber nicht mehr Gläser Wein als üblich.

Ganz anders verhielt es sich, als der Versuch umgekehrt wurde: Bei Gläsern mit einem Volumen von 0,38l bestellten die Gäste im Langzeitversuch bei gleichem Inhalt gerne noch ein weiteres Glas dazu! Der Weinumsatz der Kneipe steigerte sich um über 10%. Und das, obwohl man erst einmal annehmen würde, dass sich die Weinfreunde ärgern, dass sie nur eine Pfütze im Glas haben …devil

Hm …. da steht einem wohl das Teufelchen des Gewissens auf der Schulter und flüstert einem ins Ohr, dass man doch erst ein halbes Glas getrunken hätte und sich darum noch ein zweites gönnen dürfe, wo man sich doch sonst auch ein ganzes Glas zugestehen würde.

Da wundert es nicht, dass alle Gläser in besagter Kneipe groß, dick und bauchig wurden. 😉

Wenn sich das herum spricht, gibt es in der EU bestimmt bald auch eine Norm für die Glasgröße im Verhältnis zum Inhalt …

Ich gönn’ mir jetzt ein Gläschen … ungefähr ein Drittel voll – ganz ohne Maßstrich!
(Und vielleicht danach auch noch ein zweites. 😉 )

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.